
Der anlässlich des Laufes der Kliniken Nordoberpfalz nach Berlin entstandene Song „Bayern brauch ma bunt“ von Hubert Treml und Franz Schuier können Sie nun hier bei uns online anhören.
Hier geht es zur Homepage von Hubert Treml und Franz Schuier.
Aktionsbündnis gegen Extremismus

Der anlässlich des Laufes der Kliniken Nordoberpfalz nach Berlin entstandene Song „Bayern brauch ma bunt“ von Hubert Treml und Franz Schuier können Sie nun hier bei uns online anhören.
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2010 ging es in drei Tagen von Weiden nach Berlin. Im Gepäck hatten die
Läufer damals die Unterschriftenlisten zur Weidener Menschenrechts- und
Demokratierklärung. Auch in 2012 wollen die Sportler und Sportlerinnen
daran erinnern, dass es in unserer Gesellschaft immer noch Menschen mit
rechtsextremistischen und rassistischen Überzeugungen gibt, gegen die es
immer wieder anzukämpfen und Position zu beziehen gilt. Unterstützung
erhielten die Klinikumssportler in diesem Jahr von Sportlern der Fa.
Witron in Parkstein. Organisiert von Norbert Tannhäuser (Kliniken) und
Theo Zeitler (Witron) trafen sich die Läufer und Läuferinnen um 5.30 Uhr
um nach einer kurzen Vorbereitung in drei Teams zu je sechs Personen zu
Fuß und auf dem Fahrrad nach Regensburg aufzubrechen. Andreas Klier vom
Aktionsbündnis „Weiden ist bunt“ bedankte sich bei den Beteiligten für
ihr Engagement und die einmal ganz andere Idee Position gegen
Rechtsextremismus zu beziehen.
Im Sechs-Kilometer-Takt wurde aufs Rad oder auf die Sohle gewechselt.
Die zurückzuliegende Strecke verlief die ganze Zeit über, am
Naabtalradweg entlang, der nach zehn Stunden und 45 Minuten an der St.
Hedwigsklinik der Barmherzigen Brüder in Regensburg endete, wo die 18
Sportler die Möglichkeit hatten sich zu erfrischen. Der für alle sehr
zufriedenstellende und erfolgreiche Tag endete in der Gaststätte
„Weltenburger am Dom“, die als Einrichtung mit der Regensburger
Initiative „Keine Bedienung für Nazis“, einer Idee, für die sich
vielleicht auch Gaststätten, Kneipen und Cafés in Weiden begeistern
ließen.
Besonderen Dank gilt Josef Götz, dem Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz, der für die kompletten Transportkosten aufkam.
Das nächste sportliche Event, das sich ebenfalls unter das Banner von
„Weiden ist bunt“ stellt und zur Weidener Menschenrechts- und
Demokratieerklärung bekennt ist am 12. Mai der 32. Weidener Straßenlauf.
Filmtipp: Am 11. und 18. April strahlt das Neue Welt Kinocenter in der Fichtestr. 6 in Weiden den Film „Die Kriegerin“ aus.


Paula Quast rezitiert Mascha Kalékos Gedichte in der Mensa des Augustinus-Gymnasiums
Weiden. (jba) Henry Altmann, schwarz gekleidet, begeht die Bühne
schnellen Schrittes durch den Mittelgang im Publikum. Er entzündet die
Kerze auf dem schlichten Tischchen und begibt sich zu seinen
Musikinstrumenten. Von Kontrabassklängen begleitet schreitet Paula
Quast, ebenfalls in Schwarz, nach vorne. Sie blickt die Zuschauer an und
eröffnet mit bedeutungsvoller Stimme: „Sie sprechen von mir nur leise“.
Dieses erste Gedicht von Mascha Kaléko handelt von Fremdheit, Einsamkeit
und davon dass sie ihr „Bündel zur Reise“ schnürt. Reisen musste die
1907 geborene Jüdin gezwungenermaßen, wobei sie sich nach dem Verlust
ihrer Heimatstadt Berlin nirgends heimisch fühlen konnte: „Wohin ich
immer reise, ich komm nach Nirgendland.“
Die Wege Kalékos, verbunden mit einigen Biographieauszügen und vor allem
ihre Gedichte veranschaulichte die Schauspielerin Paula Quast am
vergangenen Dienstag in der Mensa des Augustinus-Gymnasiums gemeinsam
mit Henry Altmann, der das Kaléko-Programm „…sie sprechen von mir nur
leise…“ musikalisch unterstrich. Nachdem es schon in Deutschland,
Österreich und der Schweiz aufgeführt wurde, war das abendfüllende
Programm im Rahmen des Aktionsbündnisses „Weiden ist bunt“ mit
Unterstützung der Bundesförderung von „Toleranz fördern – Kompetenz
stärken“ und Organisation des Stadtjugendrings auch in Weiden zu sehen.
Für Schulleiter Helmut Matejka ist es ein „sehr spannendes Portrait“,
das die Künstler von der jüdischen Literin Mascha Kaléko zeichnen. Unter
dem Motto „Öffnung der Schule“ sei es wichtig, „über den Tellerrand zu
schauen“ – und dieses „andere Zeitzeugengespräch“ lade dazu regelrecht
ein. So gab es am Vormittag schon eine Vorstellung für den
Abiturjahrgang des Gymnasiums, der sich schon im Voraus mit der
Schriftstellerin auseinandergesetzte.
„Mascha Kalékos Gedichte sind zeitlos“, erzählt Quast. Auch heute seien
sie immer noch aktuell und ansprechend. Und dass es Kaléko mit Erich
Kästner aufnehmen konnte, zeigte sie schon 1931: In einem renommierten
Wochenblatt löste sie den berühmten Schriftsteller ab.
Zudem sind ihre Verse nicht schwer verständlich: Sie handeln von
alltäglichen Dingen wie Liebe, Abschied und Einsamkeit, von Sehnsucht
und von Traurigkeit. Das machte es dem Publikum in der Mensa leicht,
knapp eineinhalb Stunden gebannt an den Lippen der Schauspielerin zu
hängen und während den kurzen, teils heiteren, teils melancholischen
Kontrabassklängen über das Gesagte zu sinnieren.
Das Gedicht „Bericht aus einer Kindheit“ mit dem Schlusssatz „Ich lernte
damals unauffällig sterben“ löste eine stumme Betroffenheit bei den
Zuschauern aus, „Agotha“, eine detaillierte Beschreibung Kalékos
Kindermädchens und deren Lebensweise, veranschaulichte die Geborgenheit,
die sie in ihrer Heimat verspürte. Selbstironische Phrasen wie „Mein
meistgesprochenes Wort als Kind war »nein«, ich war kein einwandfreies
Mutterglück. Und denke ich an jene Zeit zurück: Ich möchte nicht mein
Kind gewesen sein“ regten die Zuhörer zum Schmunzeln an, ebenso wie „Der
Fettnäpfchentreter“, welches von Altmann mit schnellem, fidelem Rasseln
begleitet wurde. „Der Herr von Schalter 9“, eine ironisch-witzige
Umschreibung eines philiströsen Daseins, entlockte den Besuchern sogar
einige Lacher. Mit „Signal“ erzählt Kaléko von einer Situation mit ihrem
ersten und zweiten Ehemann, das darauffolgende Gedicht „Ich und Du“
bildet eine tiefe Liebe ab, in der jeder ein „Singular“, also er selbst,
bleibt. Nach ein paar tristen Gedanken zum Thema „Schweigen“ scheint
Schluss zu sein. Doch die Zugabe „Ausgesetzt“ schließt Paula Quast mit
dem Satz „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“ – die Zuhörerschaft
lächelt, vielleicht weil es versöhnlich scheint, dass Mascha Kaléko
trotz allem ihren Platz gefunden hat.
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie Sie im Aufruf von BDA und DGB ersehen können, geht es um eine punktuelle öffentliche Besinnung am Donnerstag, den 23.2.2012 um 12.00 Uhr zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt.
Die beiden großen Organisationen rufen zu einer Schweigeminute auf, was uns vom lokalen Aktionsbündnis „Weiden ist bunt“ gleichermaßen in Bewegung setzt:
Wir unterstützen diesen Aufruf vor Ort und mit Nachdruck.
Auch wir denken, dass solche Gedenk-Augenblicke ihre Bedeutung und Funktion haben.
Sie sind Signale, die Botschaften in die Welt senden: Für die Opfer zuerst. Dann aber auch für all die Menschen, denen braun gefärbte Argumentationen elendiglich zuwider sind. Es geht aber auch um Zeichen, die uns allen immer wieder ins Bewusstsein rufen: Seid wachsam und haltet dagegen. Unsere Idee einer offenen, vitalen und toleranten Gesellschaft muss weiter gestärkt und gelebt werden.

Liebe Mitglieder!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Aktionsbündnis „Weiden ist bunt“ und das Jahr 2012
„Unmenschliche Aktionen einer rechtsextremistischen Zelle“
„Morde an Kleingewerbetreibenden mit Migrationshintergrund“
„Bundesrepublik in einem Schockzustand“ (Der Spiegel)
„Niederlage der Sicherheitsbehörden“
„Gefordert: Verbot der rechtsextremen NPD“
„Abwehrzentrum Rechts gegründet“
Viele dieser Schlagzeilen sind vertraut, der öffentliche Druck ist groß, die Aufmerksamkeit ist – wieder einmal – auf ein Thema gerichtet, das auch uns in Weiden betrifft und sehr betroffen hat:
Auch wenn der ursprüngliche Anlass der Gründung unseres Bündnisses im Augenblick nicht im Vordergrund steht:
Grund zur Gelassenheit, Grund zum Abwarten gibt es nicht.
Man könnte es allerdings befürchten, wenn man an die Reaktion auf unseren Aufruf denkt, an der diesjährigen Mahnwache zum Tag der Menschenrechte (10.12.11) teilzunehmen. Viele waren es nicht.
Unter der Oberfläche gärt es dennoch, die anderen schlafen nicht.
Wer die Internetseiten der Rechten ansieht, dem kommt der Schrecken, ja, oft das „Kotzen“.
Wenngleich manche Aussagen sich selbst lächerlich machen, wir wissen nicht, wie viele, vor allem jugendliche Leser, von diesen Argumenten angesteckt werden. Vielleicht wird damit oft nur bestätigt, was im Elternhaus und unter Freunden zu hören ist. Deswegen unsere eindringliche Bitte. Seid sensibel und mutig: Tretet auf gegen diffuses rechtes Denken im Alltag.
Das Aktionsbündnis hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch präventiv zu wirken, und wir sollten nicht nachlassen, gegen aufkeimendes rechtes Geschwurbel Einsatz zu zeigen.
Für 2012 haben wir uns Folgendes vorgenommen:
• Wir werden das Bundes-Projekt „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ intensiv begleiten,
• für den 1. Mai 2012 laufen bereits unsere Planungen,
• wir haben vor, Lesungen in Schulen zu organisieren, die das Bewusstsein schärfen und die Abwehrkräfte stärken (z. B. Leonhard Seidls Debütroman „Mutterkorn“, über das Milieu, in dem dumpfer Rassismus und faschistoide Gewalt gedeihen),
• auch die Aktion „Gesicht zeigen!“ wollen wir erneut aufgreifen und auf die Internetseite unseres Bündnisses stellen und
• wir wollen den Arbeitskreis „Erinnerungskultur“ wieder verstärkt beleben.
Und da ist noch etwas:
Da unsere finanziellen Mittel begrenzt sind, wagen wir einfach den Aufruf:
Denkt daran, unsere monetäre Basis etwas zu stärken.
Nicht jedes Mitglied kann und wird aktiv bei uns mitmachen können. Eine Zuweisung auf unser Konto ist auch eine Form von Hilfe, die unseren Aktionsradius erweitern würde. Ja, wir stellen auch Spendenquittungen aus. Hier finden Sie unsere Kontonummer.
Es gilt das Motto für 2012:
Auch in Weiden: Abwehrzentrum Rechts aktiv.
Für das Aktionsbündnis „Weiden ist bunt“
Veit Wagner
Sprecher
Aktionsbündnis „Weiden ist bunt“
c/o Stadtjugendring Weiden i.d.OPf
Frühlingstr. 1
92637 Weiden